Der Reste-Auflauf…
April 14, 2008 von kaddi2
wird später veröffentlicht.
Ich überspringe jetzt einfach mal die letzten vier Wochen. Es ist nichts Merkwürdiges passiert, nur viele Geschichten und Geschichtchen, die des Merkens würdig wären. Als Ideen gibt es sie, als Text noch nicht. Das kann ja aber noch werden.
Wie gehts uns gerade? Was tun wir so?
Jan-Simon
hat zwei neue Zähne.
Ich
viele ziemlich alte, was ich vom Zahnarzt letzten Freitag mal wieder bestätigt bekommen habe. Antiquitäten sind teuer in der Erhaltung *seufz*.
Timmi
hat immer noch alle.
Jan-Simon
mag nur Marmelade mit Erdbeeren.
Timmi
mag nur Marmelade mit Erdbeeren aus einem kleinen, geschwungenen Glas.
Ich
mag immer noch keine Marmelade.
Schatzi
isst alles. Bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig.
Timmi
baut eine riesengroße Ritterburg.
Jan-Simon
baut eine Burg, spielt mit dem Piratenschiff, Schlagzeug, und mit mir. Alles gleichzeitig. Und ärgert sich hinterher, dass er “den ganzen Nachmittag keine Zeit zum Richtigspielen hatte.”
Schatzi
baut nichts, außer vielleicht mal einen großen Kerzenständer beim Schmied und seiner Karriere als “Ich bin der Schatzmeister aller Potsdamer Vereine, die nichts mit Sport zu tun haben.”
Ich
baue an unserer zweiten Vita, unserem Alter Ego, unserem mediaeval being. Ich werde Katharina vom Golm, Schatzi “Der Schmied”, und die Kinder schicken wir, wie in diesem Alter üblich, ins Bergwerk…;-). Ansonsten versuche ich, sogar durch eine Anfrage in Südfrankreich (Danke, Schatzi), herauszubekommen, ob es im MITTELALTER, d.h. vor 1500, Frauen in der Papierherstellung gegeben hat. Wer mir diesbezüglich mit Quellen weiterhelfen kann, möge sich bitte melden. Die örtlichen Bibliotheken habe ich bereits durch und die Magazinleiterin zur Verzweiflung gebracht…
Am letzten Wochenende (11./12.4.) haben
die Kinder und ich
beim Subbotnik rund um die Kirche geholfen, was uns mal wieder eine Viertelseite in der PNN verschafft hat (mit Foto von Jan-Simon, zum inzwischen wohl dritten oder vierten Mal. Ich meine, hier laufen fünfzig Leute beim Frühjahrsputz rum, warum muss uns das immer erwischen?). Nachmittags hatte ich dann frei, nachdem ich nicht nur meine zwei, sondern auch noch vier Fremdkinder zum Geburtstag von Jeremias gefahren habe. Mann, was bin ich froh über unser großes Auto.
Schatzi
hat Steuern gemacht.
Ich
habe Kuchen, Essen, Pläne, Wäsche, Kinder sauber, Computer kaputt, und TÖPPE gemacht. Nach dem Familiengottesdienst im Kindergarten am Sonntag waren wir zu viert (Frauen, wohlgemerkt) bei Frau Soika zum Töpfern gewesen (der Ausgleich zum Schmieden der Männer von vor einigen Wochen). Nachdem ich Gipsformen nicht mehr sehen kann, war ich neugierig auf die Arbeit an der Scheibe. Wenn ich das vor 25 Jahren schonmal gemacht hätte, hätte ich Physik vielleicht nicht nach der 11. Klasse abwählen müssen. JETZT weiss ich nämlich, was Zentrifugalkraft ist. Und meine Hose auch. Und die Wand von Frau Soika auch. Und Töppe sinds dann doch nicht geworden. (”Katrin, WIR wollen doch heute keine Teller machen.” “Doch, ICH, glaube ich, schon…”). Ich habe Frau Soika bewiesen, dass man auf der Töpferscheibe Bilderrahmen herstellen kann, nämlich aus dem Ton, der zwischen einem entstandenen Teller und einem geplanten Topp da sein sollte und der nicht gegen die Wand geflogen ist. Mann, sooo schwer haben wir uns das dann doch nicht vorgestellt. Zum Ausgleich haben die Männer jeweils mit den Kindern zuhause einen Kuchen gebacken. Den mussten wir ihnen dann abkaufen, bourgeoise Kapitalisten, diese, die wir auch noch in die Welt gesetzt haben…
Am vorletzten Wochenende (5./6.4.)
waren wir am Samstag bei den Rittern, diesmal mit einer Lateinstunde für die Kinder (sie können jetzt sagen: Mein Name ist… und: Friede sei mit Dir. Kann man ja alles brauchen, falls man mal einen Römer trifft oder so). Ich habe dann noch mit allen Anwesenden einen ersten Papierschöpfversuch gewagt, der erstaunlich gut gelungen ist. Nachdem einige Wochen zuvor Schatzi begriffen hatte, das etwas, das aussieht wie Essen, in einem Topf ist, in dem sonst Essen ist, und auf einem Herd steht, auf dem normalerweise Essen gekocht wird, nicht unbedingt Essen sein muss, sondern auch ein zweiter oder dritter Versuch zur Herstellung einer tauglichen Papierbreimischung sein kann, hat er auch nicht mehr davon genascht. Muss ich mir merken.
Ich habe jetzt “mein” Geheimrezept gefunden, verrate das aber nicht, wie jeder gute Papiermacher. Die vor vielen, vielen Jahren von uns in Belgien gekaufte antike Buchpresse hatte ihren ersten sehr erfolgreichen Einsatz (”Die Wiedemannschen Dachböden sind unergründlich.”) Und uns hat es wieder viel Spaß gemacht mit Magistra und Magister, Ritter und Knappen. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!
Nachmittags waren beide Kinder bei Julian zum Geburtstag eingeladen, zum Glück wurde der Regen durch kurze Werbepausen unterbrochen (”So könnte Potsdam aussehen, wenn es am Mittelmeer liegen würde.”), so dass die Schatzsucher doch trocken nach Hause kamen. Zwischendurch habe ich noch einen verlaufenen alten Herren in Golm wieder eingesammelt, dem ich vor ein paar Wochen mit Unterstützung von Potsdam Blau-Weiß schonmal nach Hause geholfen hatte. Der konnte sich sogar noch an mich erinnern. Ich hatte gerade die Polizei am Telefon, da kamen die Kollegen auch schon, beim zweiten Mal musste ich keine 35 Minuten warten. Man grüßte sich schon, wie alte Bekannte. Vielleicht sollten die den alten, im übrigen sehr netten, Herren einfach mit Streife fahren lassen, dann ist ihm nicht langweilig und sie brauchen ihn nicht dauernd zu suchen.
Am Sonntag war Familiengottesdienst in Golm, mit einem -sehr- kurzen Anspiel der Kinder zu Jakob und Esau, die diesmal alle erstaunlich diszipliniert dafür geübt hatten. Gerne mehr!