24.2. Potsdamer Berge, Brunnenvergifter und zwei Wackelzähne
Februar 27, 2008 von kaddi2
Heute sind wir mit drei Kindern früh zu einer Wanderung in die Ravensberge aufgebrochen. Wir sind erstmal eine Stunde am Spielplatz gestrandet, wo die Kinder versuchten, einen Lautsprecher, dessen Teile auf ungefähr 1 qkm verstreut lagen, wieder zusammenzubauen. Das war so anstrengend, dass ich Schatzi erstmal losschicken musste, einen Kaffee holen. Sonntag morgens, 9.05 h, Waldstadt II. Alles kein Problem, wozu gibts Dönerstände… Anschließend sind wir bis zur Waldschule gewandert, haben von dort oben die wunderbare Aussicht über Potsdam genossen und haben den Rückweg über den Teufelssee genommen. ![]()
Jan-Simon hat uns durch den Wald geführt ohne sich zu verirren und wir haben einen für uns noch unbekannten Teil von Potsdam kennengelernt, den wir sicherlich noch öfter besuchen werden. Vor allem, wenn die Waldschule geöffnet ist, ab März. Wen es interessiert:
http://www.waldschule-potsdam.de/
Warum liest, hört und erfährt man über solche tollen Angebote in Potsdam eigentlich so wenig?
Leider haben die fünf Kilometer Wanderung die Kinder nicht im mindesten erschöpft, im Gegensatz zu uns.
Wir haben dann das erste Mal in dieser Saison draußen Mittag gegessen, Nudeln mit Soße. Ein J- und ein T-Kind verweigerten das Essen mehr oder weniger vollständig. Ich habe die Teller und auch die mindestens noch halbvolle Nudelschüssel stehengelassen, in der Hoffnung, dass sie später noch einmal Hunger bekommen und bin dann reingegangen, weil das zweite J-Kind noch Hausaufgaben machen musste. Zehn Minuten später kam ich wieder raus und sehe das T-Kind am Brunnenrand stehen, ein wenig schuldbewusst. Das J-Kind ist gleich abgehauen, aufs Nachbargrundstück. “Was hast’n Du da? Da, in Deiner Hand, meine ich.” “Ach nichts.” “Und was ist das Nichts?” “Nur ein paar Nudeln.” Die Rekonstruktion des Tatherganges ergab dann folgendes: Die beiden Lausejungen hatten aus Sorge, dass sie ihre Teller leer essen müssen, Nudel für Nudel einzeln in den Brunnen geworfen, beide Teller voll und auch den Inhalt der Schüssel. Ich konnte sie unten noch schwimmen sehen, zusammen mit einem Schnuller, den Timmi vor zwei Jahren reingeworfen hatte. Auch wenn ich selten sprachlos bin, dazu fiel mir einfach nichts mehr ein. Außer, dass das Verbot der körperlichen Züchtigung von Kindern vielleicht nochmal vom Gesetzgeber überdacht werden sollte. Abends wollte ich dann Salz in den Quark tun und stelle fest, dass der Salzstreuer leer ist, den ich gerade aufgefüllt hatte. Es dauerte nicht lange bis zu der Schlussfolgerung, dass das J-Kind zur Mittagszeit nicht nur die Nudeln versenkt hatte, sondern diese auch noch gesalzen hatte. Guten Appetit, Froschkönig.
Nachmittags kam Jan-Simon an und zeigte stolz seine ersten Wackelzähne: Er war gegen das Baumhaus gerannt. Aber was solls, Wackelzahn ist Wackelzahn. Warum er wackelt, danach fragt doch keiner.