Auf dem Weg zur Kirche zum Kindertreff kreiste sichtlich genervt ein ADAC-Abschleppwagen neben uns und hielt dann irgendwann in einer Seitenstraße. Und ich habe jetzt des Rätsels Lösung, warum die immer mindestens zwei Stunden brauchen, wenn man sie mal anruft. Weil sie immer erst nach dem Weg fragen müssen! Und das in Zeiten, wo es für 150,-Euro bei Aldi Navigationsgeräte gibt. Ich will nicht wissen, was passiert, wenn man mal die Polizei oder die Feuerwehr ruft und braucht. Holen die dann einen Sextanten raus?
Ein paar Meter weiter stand ein Radsportler mit verdrehtem Kopf vor einer Anschlagtafel mit einer Straßenkarte von Golm (wieso ist Norden eigentlich immer oben, wenn man selber im Süden steht? So Karten aus Papier sind zum Drehen schon praktischer). Nach den Erfahrungen mit dem ADAC-Mann von eben fragte ich ihn gleich, wo er hinwolle. Er sagte, dass sei ihm egal, er wollte eigentlich nur ein bisschen so in der Gegend rumfahren. Aber wo er jetzt ist, das würde ihn schon sehr interessieren *bong*. Ich habe ihm dann gesagt, dass er in Golm sei (stand ja auch bloß groß auf der Karte und auf dem Haus vor ihm drauf) und ihm auch noch die Straße gezeigt, aber das wollte er schon gar nicht mehr wissen. Hätte ich noch Deutschland dazu sagen sollen?
Wir haben dann aber auch ohne Navi und Stadtplan zur Kirche und zurück gefunden.
Als wir noch in der Geiselbergstraße 29 wohnten sahen wir von unserem Balkon aus einen Pkw mit Wohnwagen. Der Fahrer versuchte, das Gespann auf unbefestigten Sandweg zu wenden (27-Punkt-Wendung). Dabei sah er immer wieder auf eine Straßenkarte.
Ich erbarmte mich seiner und bot meine Hilfe an. Folgendes zeigte sich: Er war auf dem Berliner Ring unterwegs. Der war wegen Unfall gesperrt, so dass er runterfahren musste. Er wollte eigentlich an die Ostsee (und ist in Golm angekommen). Die Straßenkarte war eine DIN-A4 Seite und zeigte ganz Deutschland.
Viel Spaß beim Suchen und Finden.
Ob er jemals ankam?