- Kinder werden zu Zombies, wenn sie
nach der Melodie “Guten Abend, Gute Nacht” singen: “Taschentücher find ich toll.”
- Väter werden zu Zombies, wenn sie
anschließend eine wilde Tempotaschentuchpackungs-Schlacht (ich schreib das jetzt doch lieber mal mit Bindestrich) durch das gesamte Haus inszenieren. Jan-Simon hat dann noch neue Munition aus dem Keller geholt, macht 3X18 Packungen. Ideale Wurfgeschosse: Weich, ballistisch sicher, unfallfrei, nur nicht ganz rutschfest. Ich kann das zum Aggressionsabbau (”Taschentücher find ich toll” eine halbe Stunde lang vorgesungen bekommen MACHT aggressiv) nur wärmstens empfehlen;
eine Mutter wird zum Zombie, wenn sie
- eine Woche auf ein Paket mit einem Kinderkostüm für den Familienfasching am nächsten Tag wartet, sich dann sicher ist, dass das Paket längst irgendwo in Golm ist, dann erst alle Mülltonnen durchsucht, die Männer losschickt, um bei allen Nachbarn und allen Geschäften nachzufragen, bei denen der Paketbote es hätte abgeben können, dann einen Anruf von ihnen bekommt: “Wir sehen den Paketboten gerade! Aber vor dem falschen Eingang!”, sich dann aus dem Fenster lehnt, keinen Paketboten, aber sein Auto sieht, das Auto mit dem Parken zwei Linienbusse blockiert (die Brücke, gell), es dann an der Haustür klingelt, der Paketbote also das Auto an der einen Straße schlicht und einfach geparkt hat und zwei Häuserblöcke zu Fuß umrundet hat, um zum Haus an der anderen Straße zu gelanden, er dann fragt, ob er den Rückweg durch den Garten nehmen darf (Zombietag, ich sagte es, glaube ich, schon), und wenn sie dann das Paket aufmacht und feststellt, dass das Kostüm FÜR ERWACHSENE IST!
Väter sind Zombies, denn sie
- stehen morgens um halb sechs auf, Schlagzeug üben, um den Musiklehrer nicht zu enttäuschen. Da dann die ganze Familie aufgestanden werden würde, üben sie nur auf einer Decke. Auf dem Sofa. Morgens. Halb sechs. Nach Noten.
- ich werde zu einem Zombie, wenn
der Korb mit den ganzen Faschingssachen, die wir für den Familienfasching brauchen, nicht im Auto ist, wenn wir am Zielort sind und wir nach kurzer Diskussion feststellen, dass sich der eine auf den anderen verlassen hat, der Korb jetzt bereits seit 40 min im wirklich strömenden Regen vor unserer Haustür steht und darin nicht nur die Kostüme, sondern auch zwei Kameras sind, die natürlich obenauf liegen. Ich bin dann zwar sofort wieder zurückgefahren, aber Verluste hatten wir trotzdem zu erleiden (die Löwenfüße von Jan-Simon aus Pappe und die Spiegelreflex, aber die trocknet vielleicht wieder).
Unser Haus mutiert Besucher zu Zombies, weil sie
- ein paar Tage nach dem Besuch DRINGLICH anrufen, um einem mitzuteilen, dass neben dem Computermonitor zuviel Papier läge und das anfangen könne zu brennen, weil der Monitor keine Luft bekommt. Ich sollte das wegräumen. Er hätte nur vergessen, mir das zu sagen, beim Besuch. Und ich habe vergessen ihm zu sagen, dass das Papier da schon seit drei Jahren liegt. Und er hatte außerdem vergessen mir zu sagen, dass er gerade weit über 39 Grad Fieber hatte. Und ich hab vergessen ihn zu fragen, was er dagegen geschluckt hat.
Unser Zahnarzt ist zum Glück nicht zum Zombie geworden, obwohl
- Timmi am Dienstag nach Fasching beim Abholen aus dem Kindergarten sagt: “Mama, da isch wasch zwischen meinen ZSchähnen vorne”, ich ein bisschen rumpopele und dann zwei halbe längs abgebrochene Frontzähne in der Hand habe, die ZA-Praxis zum Glück geöffnet ist, wir gleich drankommen (ein Wunder, ein Wunder ist geschehen: Das ist tatsächlich in Potsdam passiert!), Timmi fast eine halbe Stunde behandelt wird und sich das sehr tapfer gefallen lässt, seine bleibenden Zähne leider frühestens in zwei Jahren kommen lt. Röntgen und er solange mit den kaputten Milchzähnen rumlaufen muss, und wir uns nach einem halben Jahr zwar an monatliche Zahnarztbesuche so langsam gewöhnt hatten, jetzt aber wohl eher wöchentliche machen werden, und ich damit unseren Zahnarzt bald besser kenne als unseren Kinderarzt (und das will bei uns was heißen! Vorsicht, schwarzer Humor).
Zombietage sind,
wenn es Freitag ist, ein Elternabend mit Kinderprogramm von der Schule am anderen Ende der Stadt in einer Freizeiteinrichtung geplant ist, ich sowieso schon kurz vor knapp beim Kindergarten bin, dann einen Anruf auf dem Handy bekomme, ob ich innerhalb von drei Tagen noch 70 Seiten Korrektur lesen könnte (ok, gegen Geld, ich gebs ja zu), ich dann noch ein drittes Kind vom Kindergarten mitnehmen muss, weil die Mutter krank ist, wir dann zu Torsten ins Büro fahren, er einsteigt, wir losfahren, es kurz scheppert und dröhnt, sich alle nach uns umdrehen, ich als erstes auf die Uhr sehe (wir hatten noch eine Viertelstunde bis zum Beginn des Elternabends), wir dann das Auto ausmachen und stehenlassen, und feststellen, dass der Auspuff leider nicht komplett ab ist, sondern sich im verd… Kopfsteinpflaster verfangen hat (es gibt auch Zombiestraßen, s. mein Beitrag: Unglaubliche Unfälle) und wir das Auto eigentlich nicht einen Millimeter mehr wegbewegen dürfen, dann ein Vater von einem Kindergartenkind zufällig vorbeikommt, der sowieso schon ein komisches Bild von uns hat, er erst guckt, wir dann alle aussteigen, d.h. genauer gesagt zwei Erwachsene, drei Kinder, drei Kindersitze, zwei Schultaschen, ein Kuchenblech, fünf Jacken, zwei Schneeanzüge, drei Rucksäcke, zwei Turnbeutel, wir dann dank seiner Hilfe das Auto zur Seite schieben und er uns fragt, was wir denn jetzt machen, und Torsten ganz locker sagt: “Na, halt mit dem Ersatzwagen fahren”, und das ganze oben beschriebene Zeug in das zufällig danebenstehende Dienstauto packt, ich dann zum tapferen Schiebehelfer sage “Wieso, habt Ihr nicht immer Euer Zweitauto dabei?” und der Spruch so gar nicht gut ankommt, wir dann zu dem Elternabend fahren und der nach der Nachtwanderung mit Schatzsuche angekündigte Töpferkurs für die Kinder leider quasi ausfallen muss, weil das von uns mitgenommene dritte Kind es leider witzig fand, sich so zu verstecken (und nicht zu antworten) dass ca. 20 anwesende Eltern und Kinder ihn nicht finden konnten und gerade eine Rettungsaktion im nahe gelegenen Wald starten wollten, als er dann vom Baumhaus wieder runterkletterte; wir dann nach Hause fahren, wir wieder alle in einem Bett schlafen und Timmi im Halbschlaf “Mammmi” seufzt und sich bei JAN-SIMON in den Arm kuschelt.
Gute Nacht allerseits. Zombies lieben die Dunkelheit.
[...] als die letzte http://kaddi2.wordpress.com/2008/01/28/zombies/ kann sie ja nicht [...]