Liebe Anrufer, Besucher und real-Brief-Schreiber, wir schaffen es im Moment nicht. Egal was. Ich bin inzwischen dazu übergegangen, Anrufe per e-mail zu beantworten, weil ich das wenigstens kurz vor oder nach Mitternacht tun kann. Warum das so ist? Na, ist doch klar: Weihnachten und Kinder krank! Ich zitiere nachstehend aus einer e-mail an eine Freundin, die die Situation gut wiedergibt.
“ Freitag: Hier sind alle im Vorweihnachtsstress, allein für die offiziellen Weihnachtstermine (Schule, Hort, Kindergarten, Büro, div. Vereine) könnten wir hauptamtliche Eltern einstellen und bis Weihnachten beschäftigen. Und dann, wenn das Wochendende mit den meisten Verpflichtungen vor einem liegt (Freitag: JS schulfrei, abends Krippenspielprobe und Konzert für Schatzi, Samstag: böhmischer Weihnachtsmarkt den Kindern versprochen, Keramikkurs, nachmittags Wohnungseinweihungsparty, und Schatzi noch einen Bürotermin, abends Schatzi nochmal ins Büro, Sonntag: Fahrt zu Oma mit Adventskalenderabholung) passiert was? Genau, ein Kind wird krank. Jetzt sitze ich hier mit einem nicht mehr fiebernden und deswegen absolut nicht bettwilligem Kind, was sich zu Tode langweilt und Schulfrei eigentlich ganz klasse findet, weil Mama dann ja den ganzen Tag mitspielen kann. Und drei Stunden Pettersson und Findus in Dauerschleife sind irgendwie auch keine Lösung. Naja, immerhin haben wir es geschafft ein Lebkuchenhaus zu bauen und ein paar Tannenzweige aufzuhängen. Auch längere Telefonate sind im Moment schlichtweg unmöglich, weil nach spätestens zwei Minuten wieder ein „Mama, wie schreibt man ein rrrrrr?“ kommt. Am Computer sitzen und e-mails schreiben hingegen täuscht Arbeit vor, und die ist nunmal wichtig, das versteht auch Jan-Simon schon
Nächstes Wochenende ist unser alljährliches Keksebacken. Sonst sind die Männer traditionell immer zur Modellbahnausstellung nach Berlin gefahren und haben uns Weiber mit den Blagen und den Keksen alleine gelassen, aber da sich das Betreuungsverhältnis Kinder : Mütter zunehmend verschlechtert (dieses Jahr: 7:3, letztes Jahr noch 4:4), bekommen sie nur für einen Glühwein in der Golmer Kneipe Ausgang.
So, ich muss jetzt Pilze, Peperoni-Wurst, Schinken und am besten auch noch den Käse von der Pizza klauben, damit das kranke Kindchen was zu essen hat. Ich hätte auch gleich ein Brot mit Ketchup schmieren und überbacken können.“
Zum Krippenspiel gehen wir heute trotzdem, ätsch.
Wie war das mit der Emanzipation der Männer? Warum gehen denn die Frauen nicht in die Kneipe und die Männer müssen mit den Kindern Guetzli backen. Wäre doch mal ne Massnahme. Oder etwa nicht? Gut die Kekse kann dann bestimmt keiner essen, aber die Frauen haben dann mal in Ruhe Zeit über die wichtigen Dinge des Lebens zu reden.