Ein wenig Erfreuliches: Mein persönlicher Tip für alle, die es nicht geschafft haben, einen Adventskranz zu kaufen: http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_12991407.html
Ein wenig Unerfreuliches: Leider hat das Kind nur zwei Stunden geschlafen von ungefähr zehn geplanten heute nacht (volles Programm: Kortisonzäpfchen, Fiebermittel das nicht hilft, Inhalator für Epinephrin defekt, usw. usf., Schlafzeit: von 05.00 Uhr bis 07.00 Uhr) , was unsere Leistungsfähigkeit heute doch sehr einschränkt. Ich wusste gar nicht, wie schnell man in den Zombie-Status einer frischentbundenen Mutter wieder zurückfallen kann, zwei unruhige Nächte reichen da schon. Vormittags halten wir unsere Familientradition ein und frühstücken, wie immer in der Adventszeit, am ganz großen Tisch, sogar mit Nutella! Die gibt es hier sonst nur wenn Besuch da ist oder im Urlaub. Dann schmücken wir eine Stunde für die Weihnachtszeit und stellen mal wieder fest, dass wir viel mehr Deko als Haus haben. Der Tag vergeht ansonsten mit zwei Arztbesuchen (einmal ganz umsonst wegen langer Wartezeit, einmal mit Ankündigung und trotzdem langer Wartezeit). Dann war da noch ein energisches Streitgespräch in der Apotheke, weil das richtige Medikament nicht da war. Es gibt ein Ersatzmedikament mit fast identischem Wirkstoff. Die gute Apothekerin ruft aber mitnichten in der Arztpraxis an, um sich die Freigabe zur Abgabe zu holen, sondern in Babelsberg in einer anderen Apotheke. (Status: Samstagabend, 17.15 Uhr, krankes bis sehr krankes Kind, bereits zwei Stunden in Artzpraxis verbracht, Standort: Bahnhof). Ich wäre dann also nochmal eine Stunde unterwegs gewesen, um es da abzuholen. Ich bin dann ein wenig lauter geworden und die Apothekerin sah sich schon nervös nach Hilfe um. Sie scheint einschlägige Erfahrungen mit rabiaten Müttern zu haben. Sie entschied sich dann doch noch in der Arztpraxis anzurufen und wir bekamen das Ersatzmedikament innerhalb von einer Minute ausgehändigt.
Geht doch.
Alle anderen Aktivitäten wie Waldorf-Basar, Böhmischer Weihnachtsmarkt, schicke Einweihungsparty, Mittagessen usw. finden im wesentlichen ohne mich und krankem Kind statt. Vom Basar der hiesigen Waldorfschule bringt Schatzi ganz viele Ideen zum Nachmachen und eine Einladung mit. Mal sehen, was daraus wird.
Hoffen wir, dass die nächste Nacht ruhiger wird.
Liebe Kaddi,
Herrje, was macht Ihr nur immer für Sachen? Leander kackt pro Tag dreimal an der Windel vorbei und alles stinkt. Ist ja nicht so, dass wir gar keine Probleme hätten. Gute Besserung jedenfalls! Vielleicht sollte einer von Euch Apotheker werden? Da hättet ihr dann mal einen echt krisensicheren Job.
Aber zurück zum Thema Probleme: Ich habe mal wieder die Schnauze schön weit aufgerissen, dass ich den Brits hier zu Silvester ein famoses, truly German Hexenhaus hinstelle. Ich hab wohl auch schon mal so ein Haus gebacken. Das war echt groß. Dummerweise ist das schon viele Jahre her. Und egal, wo ich suche, ich finde immer nur so winz-Dinger. Ich brauch aber ein, über das sich 10 Jugendliche hermachen können, ohne dass sie sich gegenseitig in die Finger beißen. Groß halt.
Komm Mutti, da weißte doch was, oder?
Hoffnungsfroh,
Stella
Liebe Kaddi2 (für mich Kaddi1 biddeschööön!),
beim müßigen Stöbern in diversen Speichern stolperte ich über ein zur Jahreszeit passendes Gedicht. Vielleicht hast Du ja auch schon mal Deine liebe Not mit diesem „Ungeziefer“ (gibt´s eigentlich auch Geziefer?) gehabt:
Die Weihnachtsmaus
von James Krüss
Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.
Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.
Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.
Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.
Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.
Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!
Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.
Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!
Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!
Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!
Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.
Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
- bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!
Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.
Schöne Zeit wünsch ich, gesunde Kinder und, und, und…
Heidi