Am Samstag waren wir zur Doktorfeier von Ralf eingeladen, wo wir -auch für uns das erste Mal- indoor unseren Zirkus vorführen durften. Nach einigem Stühlerücken hatten wir genügend Platz dazu, nur die niedrigen Deckenlampen machten uns vorher ein paar Sorgen, es ging aber alles gut. Wir haben auf aufwendige Jonglagen und Kinderschmeißen verzichtet. Die Melange aus Konfetti (wir hatten noch nicht mal wie sonst das ganze Glas ausgeleert, sondern nur eine Handvoll gestreut) und Seifenblasenlauge tat den alten Holzdielen nicht richtig gut. Ich hoffe, ihr habt das wieder gut runterbekommen. Das Feuerspucken haben wir dann nach draußen verlegt – Alle 20 Kinder und alle 20 Erwachsenen komplett wintertauglich anziehen für 10 sek. Show – hey, wir hatten Euch gewarnt, dass sich das nicht richtig lohnt! Die Kinder tobten hinterher durch alle Räume, die zahlreich vorhanden waren, und waren auch ohne Belustigung lustig. Jan-Simon sagte auf der Heimfahrt im Auto: “War das eine coole Party.” Mit sechs Jahren. Wo soll das bloß enden? Und an Annette: Ich weiss jetzt, wie Du heisst und vergesse das nie mehr (das verspreche ich Dir jedesmal, wenn wir uns sehen, oder?)
Am Sonntag wurde ich dann in mein Amt als Gemeindekirchenratsmitglied eingeführt. Es war gleichzeitig der Totensonntag/Ewigkeitssonntag, was die Festlichkeit etwas bremste. Die Pfarrerin wählte eine Musik von den Toten Hosen (sic!) zur Predigt, was ich mutig fand. Es war aber eine Ballade, sie entschuldigte sich vorher bei den eingefleischten Fans, dass es sich anders anhören würde als gewohnt. Und das alles in der Kirche. Komische Kombination. Man lernt nie aus.
Montag abend schmückten die Eltern den Klassenraum von Jan-Simons Klasse für Weihnachten und füllten einen Adventskalender. Den alkoholfreien Glühwein hatte die Elternvertreterin im Auto vergessen, war also nichts mit Weihnachtsfeier der Eltern. War aber irgendwie sowieso nichts, weil vorher eine Sozialarbeiterin/Psychologin über “Maßnahmen zur Verhütung von sexuellem Mißbrauch im Kindesalter” aufklärte. So richtig feiern wollte ich dann zumindest nicht mehr. Irgendwie noch so eine komische Kombination.
Die dritte war am Dienstagabend, wo eine Sitzung zur Ortsteilzeitung kurzerhand zu einer Geburtstagsfeier für mich umgemünzt wurde. Eigentlich passt das nicht zusammen, Wurde aber passend gemacht. Auch dank der Gastfreundschaft unseres Ortschronisten, dessen Wintergarten wir wieder nutzen durften, war es eine sehr gesellige und lustige Runde, die genau um 0.00 Uhr vor meiner Haustür endete. Danke nochmal fürs Fahren, Rainer! Der geplante Unterstützer-Verein für die Ortsteilzeitung Golm (aus dem ja mal mehr werden kann) macht Fortschritte, auch einen Arbeitstitel gibt es schon. Den hatte ich in weiser Voraussicht auf meine Geburtstagstorte geschrieben, aber ich verrate ihn hier nicht! Wetten werden angenommen, siehe auch die Kommentar-Funktion. Das Rezept für die Torte folgt in Bälde an dieser Stelle, ich habe lange nichts Essenswertes mehr gepostet.
Kurz nach Mitternacht grunzten mir drei verschlafene Männer auf einem Haufen einen Glückwunsch zu und ich konnte sehen, auf welchem Achtel des Bettes ich meine Beine unterbrachte. Ich hasse Zuspätkommen.
Dafür wurde ich aber sehr lieb geweckt, mit Kerze und Geburtstagsständchen am Bett, auch Timmi hatte zwischenzeitlich seine versteckten Geschenke für mich (seine Mundharmonika, sein Schellenkranz, Magnete und einen Duplostein) wiedergefunden. Ein sehr schön dekorierter Tisch stand in der Küche, Schatzi hatte nur Pech mit seinen Geschenken: Eins war gar nicht gekommen, eins war das falsche (ich hatte mir mal im Spaß ein 1 Meter großes Geo-Dreieck gewünscht, fluchend über irgendwelche Pappschablonen, leider hat der Versand ein 10 cm langes geschickt), und eins werde ich jetzt gleich anfangen zu lesen: Frauen im Mittelalter. Gut an diesem Buch ist gleich der Klappentext, auf der sich die Rezensentin Barbara Sichtermann (die ich bisher nur von Büchern wie: Leben mit einem Neugborenen und: Vorsicht Kind! kannte), über das Buch wie folgt äußert: “Es ist ein Glück, ein Buch in die Hand zu bekommen, das ohne feministisches Pathos, einfach auf Grundlage eines großen und soliden Wissens, Geschichte erzählt.” Das hört sich fast wie eine Rechtfertigung an, dass man KEIN feministisches Buch in der Hand hält und die Autorin stattdessen ordentliche Quellenarbeit betrieben hat. Was ist das für eine Gesellschaft, in der man sich für korrekte Arbeit entschuldigen muss?
Noch ein Geburtagswunsch wurde mir erfüllt – ein schön anzusehender junger Mann, muskelbepackt, der mich am frühen Vormittag und besuchte und…
…viele saubere Fenster hinterließ. Jetzt können wir wirklich mit der Weihnachtsbeflaggung beginnen.