An diesem Samstag durfte Schatzi arbeiten, endlich. Dafür hatte er aber auch einen ganzen Freitagvormittag Garderobenhaken im Flur angeschraubt. Leider sind sie schon wieder vollgehängt. Also muss ich in den Baumarkt fahren, mehr kaufen. Und er muss nochmal schrauben. Ich hänge wieder was dran. Dann fahre ich wieder in den Baumarkt. Dann schraubt Schatzi. Dann kommen die Kinder aus der Schule und bringen mit: 1 Ranzen, 1 Sportbeutel, 1 Kindergartentasche, 2 Mützen, 2 Schals, 4 Handschuhe. Dann fahre ich also wieder in den Baumarkt. Dann schraubt Schatzi wieder. …
Ob wir den Statiker, den wir wegen der Deckenlast der Bücherregale hier hatten, nochmal bestellen sollten? Wieviel Garderobenhaken trägt so ein Haus? Mehr als zehn pro qm Wandfläche? Und es ist noch nichtmal richtig Winter. Wo hängen wir eigentlich die Schneeanzüge hin? “S C H A A A T Z I, kannst Du hier an die Wand nochmal ein paar Haken….”
Ich hab dann ziemlich schnell das Haus verlassen müssen. Seitdem schlafe ich gut und sicher im benachbarten Hotel und komme ab und zu vorbei, mir frische Anziehsachen abholen. Dann werden wieder ein paar Haken frei.
Zwischendurch hatten wir einen Gesprächstermin bei der P-damer Stadtverwaltung, wegen des Straßenausbaus. Ich habe ja trotz Katrins und Franks Erfahrungen mit der PAGA nie an den Amtschimmel geglaubt und ihn für so etwas ähnliches wie den Klabautermann gehalten. Der aber ist eigentlich ein GUTER Schiffsgeist, unser Amtschimmel hingegen beschert uns außer ein paar Äpfeln nur jede Menge Korrespondenz. Also, ich versuche es kurz zu fassen: Wir wohnen an der Straße A (dort ist unsere Einfahrt) und an der Straße B (dort haben wir unsere Adresse, aber keine Zufahrt, nur ein Fußgängertor). Saniert werden wollen nächstes Jahr Straße A (wir müssen zahlen, wir sind ja Anlieger) und Straße C (zurzeit nur Fußweg, der aber auch an unserem Grundstück vorbeiführt). Auch hierfür müssen wir zahlen, auch wenn dann: zwischen unserem Gemüsegarten an der Grundstücksgrenze und dem Weg 2.5 Meter Höhenunterschied herrschen, weil für die Golmer Rollstuhlfahrer (sic!) eine Rampe gebaut werden muss, auch wenn dann der 100jährige Nussbaum dran glauben muss, weil das Wurzelwerk die Bautätigkeit wohl nicht so einfach wegstecken muss. Ok, sehe ich alles noch ein. Doch jetzt wirds kompliziert: Durch einen zufälligen Blick auf die Karten erkannten wir (und auch die Sachbearbeiterinnen zum Glück), dass bei der Beitragsberechnung für den Straßenausbau nicht nur unser, sondern auch das Nachbargrundstück uns zugeschlagen wurde, weil die verwendete Karte die vor drei Jahren erfolgte Teilung nicht verzeichnete. Das hätte dann locker 1.500 qm mehr gemacht. Gut, konnten wir klären. Was wir nicht klären konnten, war der Ausbau der Straße B: Auch hierfür müsen wir zahlen. Weil wir Anlieger sind. Auch wenn wir nach dem Straßenausbau gar kein Anliegen an dieser Straße mehr haben, weil auch hier dann zwischen Grundstücksgrenze und Straße ca. 2m Höhenunterschied liegen. Auf diesen Einwand hin hieß es, dass das stimme, wir ja aber theoretisch jederzeit ein Anliegen (nämlich einen Zugang zum Grundstück von dieser Seite) schaffen könnten. Mit ner Strickleiter oder wie? *tocktock* Auch der Einwand, dass man doch eigentlich nur an EINER Straße Anlieger sein kann und nicht an drei, überzeugte nicht so richtig.
Naja, wir brauchen uns jedenfalls für die nächsten zwei Jahre keine neuen Hobbys suchen. Das P-damer Amt wirds richten.
Den Samstagnachmittag verbrachten die Kinder und ich dann beim Kinderkirchentag des Kirchenkreises Potsdam in der Sternkirche. Sooo eine schöne Veranstaltung… Zuerst durften wir ein Musical von denen hier http://www.amadeus-music.de/ aus Chemnitz hören, von den zwei Holzwürmern aus Noahs Arche, die in Ägyten an Land gespült werden und dort den kleinen Mose treffen. Der musste dann nicht nur in den Kindergarten und zur Schule, sondern auch noch Pyramiden bauen. Dazu haben alle anwesenden Kinder (vorher mit Bauarbeiterhelmen ausgestattet) eine Kette gebildet und ca. 200 bemalte Kartons wurden durch den Raum gereicht und zu einer Pyramide gestapelt. Auch der Zug durch das Rote Meer durfte nicht fehlen, sowie viele bunte Luftballons, von denen jedes Kind sich einen für sein Gebetsanliegen aussuchen durfte. Anschließend ging es für die Kinder in Workshops, mit so fantasievollen Themen wie: einen kleinen Mose in der (Wal-)Nuss-Schale nachbauen, einen Rap zum Thema singen, “ägyptische” Trommeln bauen usw. Den Kindern und mir hat der Nachmittag viel Spaß gemacht und wir möchten Familie Amadeus gerne nochmal mit ihren anderen Stücken erleben.